Pablo Soldano (Ullman Sails) hat einen Ufo22 Tuning Guide online gestellt. Diesen gibt es jetzt auch in einer deutschen Übersetzung.
Weiterhin gilt für:
Das Rigg:
Wanten und Unterwanten werden je nach Windstärke vor dem Segeln eingestellt. Hierzu helfen Trimmanleitungen der Segelhersteller. Durch die Schnellverschlüsse ist eine Anpassung der Spannung auch während des Segels (nicht während einer Regatta) möglich.
Empfehlung zur Riggspannung von Montefusco:
(bezieht sich nur auf einen Spannungsmesser von Loos
!)
| Wind (in Knoten) |
Umdrehung Wantenspanner Hauptwant |
Umdrehung Wantenspanner Unterwant |
| 0 - 5 | -2 | -1 |
| 5 - 12 (Grundeinstellung) | 26 (Anzeigewert) | 21 (Anzeigewert) |
| 12 - 19 | +4 | +3 |
| über 19 | +3 | +2 |
Es gibt noch eine andere Empfehlung, gemessen mit dem selben Gerät, die aus einem "Ufo22 tuning guide" kommt:
| Wind (in Knoten) | Anzeigwert Hauptwant |
Anzeigewert Unterwant |
Umdrehungen Haupwant |
Umdrehungen UInterwant |
Baumniederholer |
| 0 - 3 | 25 | 12 | -2 | -2 | wenig |
| 4 - 8 | 29 | 24 | 0 | 0 | wenig |
| 9 - 12 | 31 | 27 | +2 | +1,5 | angesetzt |
| 13 - 16 | 34 | 29 | +4 | +2 | durchgesetzt |
| über 16 | 36 | 31 | +8 | +4 | bis Anschlag (a morte) |
Prinzipiell kann man sagen, daß das Ufo-Rigg sehr lose gefahren wird, vorallem die Unterwanten. Auch wenn es manchmal nicht schön aussieht: es ist schneller so. Allerdings ist das ein "Gardaseetrimm", d.h., für Wind mit Welle. Auf den süddeutschen Seen, wo sich kaum Welle aufbaut. kann dir Riggspannung härter gefahren werden.
Das Achterstag hat in erster Linie die Aufgabe, das Großsegels zu trimmen und wird deshalb vom Steuermann aus dem Cockpit bedient.
Die Fock
Durch das fliegende Einbinden des Segelhalses ist es ein wenig kompliziert,
die richtige Höhe der Fock über Deck (wieder-) zu finden. Allerdings
hängt von diesem eingestellten Punkt, die Geometrie des Segels im Verhältnis
zu Rigg und Holepunkt ab. Am besten den Hals mittels eines Dyneemaschäkels
anschlagen.
An den Salingen haben sich Tapemarkierungen bewährt, über die
von achtern auf das Achterliek gepeilt werden kann.
Die Holepunkte werden demensprechend eingestellt, daß es immer eine
harmonische Achterliekskurve gibt. Als Trimmhilfe eignen sich auch hier
Markierungen an Deck neben den Ausschnitten für die Holeschiene.
Der Focktrimmer kann hierzu auf der Kreuz die Holeleine aus der Hand fahren,
um das beste Gefühl für das Vorsegel zu bekommen.
Das Großsegel
Da eine Travellerschiene fehlt, wird das Großsegel - von den Streckern abgesehen - im wesentlichen durch das Zusammenspiel von Achterstag und Baumniederholer getrimmt.
Bei wenig Wind ist keine oder kaum Vorspannung des Achterstags notwendig.
Frischt der Wind auf, wird zunächst,
1): nur das Achterstak gut durchgesetzt, hat dies 2 Effekte:
es öffnet sich das Achterliek weit,
die Mastvorgabe am Vorliek wird teilweise herausgezogen.
Das Segel wird deutlich flacher und verliert an sphärischer, also 2-achsiger Krümmung.
Man kann also die Wirkung gut dosieren.
2): durch den Baumniederholer die Öffnung des Achterlieks gemindert.
Hierdurch wird das Segel wieder geschlossener, in der Krümmung sphärischer, im Vergleich zur Ausgangssituation jedoch deutlich flacher.
Die beiden Schritte in dieser Reihenfolge helfen zu vermeiden, dass mehr Achterstagspannung als notwendig aufgebaut wird. Denn bedient man zuerst den Niederholer, ist man geneigt, die negativen Nebeneffekte
(Achterliek zu geschlossen, Diagonalfalten im unteren Drittel), durch noch mehr Achterstagspannung wieder aufzuheben, was schnell zu einem zu flachen Segel führt.
Anders als bei Jollen, welche die Mastbiegung stark mittels Niederholer kontrollieren, übernimmt dies beim Ufo22 das Achterstag. Dies ermöglicht einen Segeltrimm, bei der einerseits die Mastvorgabe herausgezogen wird, das Segel
im vorderen Teil flacher wird, gleichzeitig das Achterliek aber offen bleibt. Das Segel verliert an spärischer Krümmung,
wird fast ein schiefes Kegelsegment, besonders wenn man den Baum noch etwas fiert. Das schafft Vortrieb, kostet
aber deutlich Höhe, denn Vorsicht: anders als bei einem weit ausgestellten Top, kann das Ufo22-Großsegel nicht wirklich twisten. Es ist nun mal dreieckig, auch wenn das Achterliek nach außen baucht - und nur Vierecke lassen sich windschief verformen, also twisten.
Fortsetzung folgt.
Die Mannschaft:
Aufrichtendes Moment:
Die Klassenregeln sehen vor, dass die Mannschaft nicht mit dem Körper, sondern nur mit Armen und Beinen ausserhalb der Bordkante Gewicht machen darf. In der Praxis funktioniert diese Regelung nicht wirklich, alle Mannschaften hängen sich in den Reelingdraht. Diese Regelung wird deshalb z.Z. überarbeitet.
Längstrimm:
Wie in der Verdrängerfahrt üblich, konzentriert man das Mannschaftsgewicht zwischen Kiel und Großschotblock.
Bei viel Welle kann das Gewicht etwas nach hinten verlagert werden, damit das schmale Vorschiff nicht zu tief in die Wellen schneiden.
Unter Gennaker bei wenig Wind rückt die Mannschaft nach vorn auf, während bei viel Wind alle nach achtern wandern.
Bei starkem Wind sitzt ein Mannschaftsmitglied hinter dem Steuermann.
